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Hier ein paar historische Einblicke in die Entstehung und Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Jagstzell.
Bau des Gerätehaus:
Über viele Jahrzehnte hinweg diente eine große Garage im Erdgeschoß des Rathauses (früherer Stall des “Kirchenbauern”) als Feuerwehrmagazin.
Dort stand nicht nur der Opel Blitz, später dann das LF 8 und die Feuerwehrleiter, dort waren auch und völlig unzureichend die weiteren Gerätschaften (darunter ein 1973 beschaffter Schlauchanhänger) untergebracht, besser: notdürftig gelagert.
 Keine sanitären Anlagen, nicht einmal ein Handwaschbecken, geschweige denn ein Schulungs- oder Unterrichtsraum für die Feuerwehrmänner standen zur Verfügung. Der Feuerwehrausschuß traf sich im Sitzungssaal des Rathauses zu seinen Beratungen. Der im Winterhalbjahr stattfindende Schulungsunterricht der Feuerwehrmänner fand in einem Klassenzimmer im alten Schulhaus statt.
Groß war dann die Freude, als die Gemeinde 1983 ein neus Löschgruppenfahrzeug, Typ Unimog U  1300, zum Kaufpreis von 202 000 DM erwarb. Die Fahrzeugweihe mit der Kapelle des Musikvereins Jagstzell, der Lokal- und Kreisprominenz und insbesondere das anschließende übermütige Fest in der Bauhofgarage ist vielen noch heute in bester Erinnerung!!Dieser Fahrzeugkauf hatte jedoch weitreichende Folgen: Das neue LF 8 paßte mit seinen Abmessungen nicht mehr in das alte Feuerwehrmagazin im Rathaus.
Keine Frage, der Bauhof der Gemeinde musste sein erst vor wenigen Jahren für den Fendt–Kommunalgeräteträger erstelltes Garagengebäude räumen, damit das wertvolle Gerät der Feuerwehr ordnungsgemäß untergebracht werden konnte. Dies sollte dann der erste Schritt zu einem neuen Rettungszentrum sein…Doch das Provisorium zog sich noch über fünf Jahre hin. 1987/88 war es schließlich soweit: Das frühere Gebäude des Gemeindefarrenstalles wurde nach Plänen des Architekturbüros Rothmaier & Tröster, Ellwangen, grundlegend umgebaut in das “Jagstzeller Rettungs– zentrum”, wie es sich heute präsentiert. Die Kosten beliefen sich auf 1,01 Mill. DM. Erwähnenswert ist, dass Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr wie auch des Ortsvereines des Deutschen Roten Kreuzes beim Rohbau und dem Innenausbau nennenswerte Eigenleistungen erbrachten.
 Das neue Domizil unserer Jagstzeller Feuerwehr ist nun in jeder Beziehung großzügig angelegt. Im Erdgeschoss sind neben der Fahrzeughalle mit Stiefelwaschanlage, Umkleide- und Waschraum eine Werkstatt für den Gerätewart konzipiert. An zentraler Stelle im künstlerisch gestalteten Eingangsbereich liegt das Kommandantenzimmer. Im Obergeschoß findet sich ein freundlicher und heller Florianssaal mit großer Küche und separatem DRK-Raum. Ein gemütliches Nebenzimmer eignet sich für Ausschußsitzungen oder Gruppenarbeit der Jugendfeuerwehr.
Die im Erdgeschoß östlich gelegenen sanitären Anlagen sind auch von einem separaten Ein- gang zugänglich und stehen deshalb bei Veranstaltungen auf dem Festplatz zur Verfügung, ohne dass dann der Feuerwehrbereich beeinträchtigt wird. In diesem Gebäudetrakt ist im übrigen auch der Sozialraum des Gemeindebauhofes mit separatem Sanitärbereich gelegen. Das Jagstzeller “Rettungszentrum” hat deshalb eine geradezu ideale Mehrfachfunktion, birgt aber in erster Linie die drei Hilfsorganisationen
- Freiwillige Feuerwehr
- Ortsverein des DRK
- Gemeindebauhof
Die letztere Einrichtung hat sich nördlich des Gebäudes, im früheren Scheunenteil des Farrenstallgebäudes, eine zweckmäßige Werkstatt, Garagen und in einem schönen Bauhofareal ausreichende Lagermöglichkeiten geschaffen. Am 21.04.1988 wurde schließlich das “Rettungszentrum” seiner Bestimmung übergeben und eingeweiht. Wieder wurde also ein großes Jagstzeller Fest gefeiert, bei dem der Gemeinde eine stattliche Zahl von Gästen aus dem ganzen Ostalbkreis die Ehre erwies. Dabei hatte Bürgermeister Dr. Dieterich, Stadtverwaltung Ellwangen, die Umwandlung vom Farrenstall zum Rettungszentrum in muntere Verse gesetzt:

“Einst standen hier im Stall die Farren und hatten dort des Viehs zu harren, um dann in eifrigen Bestreben zu mehren hier und dort das Leben. Dies hat der Tierarzt übernommen, ob unserem Vieh dies ist zum Frommen - wer will das sagen? Und Tiere schweigen ja seit alten Tagen! Man mags bedauern, doch nicht sehr, hat doch nun die Feuerwehr, der Bauhof und das DRK ein Quartier und dies “IA”. Dort, wo einst die Farren stampften und in Reih ihr Futter mampften sind nun die Helfer und die Retter, die ausschwärmen bei jedem Wetter. Und die zu unser aller Frommen - daß sie dies Bauwerk unternommen und auch viel Zuschüsse bekommen, auch Gottes Segen dann erlangen, dazu wünscht Glück die Stadt Ellwangen. Und auch die Gemeinden ringsumehr, wir alle freuen uns gar sehr.”
Historische Löschgeräte und Löschwasserversorgung:
In bester Erinnerung ist den älteren Feuerwehrmännern der in meisterlicher Handwerksarbeit gefertigte, von Pferden gezogene Spritzenwegen, der leider und sicherlich in Unkennntnis des Wertes dieses besonderen Gerätes in den 50er Jahren veräußert wurde. Untersuchungsberichte der Technischen Prüfstelle (TüV Stuttgart) liegen aus den Jahren 1948 und 1949 vor. Wie dankbar mögen die Feuerwehrmänner damals gewesen sein, dass ihnen sowohl für den Ernst– als auch den übungsfall eine TSA, eine tragbare traftspritze (Motorleistung 28PS) zur Verfügung stand. Ein großes Ereignis für die Jagstzeller Feuerwehr war schließlich der Kauf des ersten Feuerwehrautos, eines LKW Opel Blitz. Die Rechnung der Autoverwertung Keck, Crails– heim, vom 19.11.1954 beläuft sich auf 2125 DM. Im November 1961 war es dann soweit: Bürgermeister Otto Lechner, stets ein Förderer seiner Feuerwehr, gab bei der Fa. Ziegler, Giengen/Brenz, die Lieferung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8 in Auftrag. Das heute noch im Einsatz befindliche Fahrzeug hatte damals 29 700 DM gekostet. Es wurde im April 1962 unter großer Anteilnahme der Feuerwehr wie auch der Bevölkerung in Jagstzell in Empfang genommen. Die Aufbauarbeit der freiwilligen Feuerwehr war in den Nachkriegsjahren im wesentlichen geprägt durch die straffe, aber stets kameradschaftliche Führung unter Kommandant Xaver Bundschuh, dem heutigen Ehrenkommandanten der Jagstzeller Feuerwehr. Auf seine interessanten Ausführungen, die an anderer Stelle wiedergegeben sind, sei hier verwiesen.
Löschwasseversorgung
Die Löschwasserversorgung in der Gemeinde Jagstzell war bis in die 50er Jahre lediglich über drei Wetten sowie natürlich die Fließgewässer Jagst, Kerlesbach, Helmlesbach und im größten Teilort der Gemeinde, in Dankolktsweiler, durch den dortigen sogenannten Amtsweiher gesichert. Erwähnenswert ist hier die Feuerlöschordnung von 1890, die u.a.aussagt: “Mitten im Ort, hinter dem Rathaus ist ferner eine Feuerwette, welche mit einem Auslaufrohr versehen ist, an dem ein Normalgewinde wie an den Schläuchen sich befindet.” Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, 1954, erfolgte der Anschluß der Gemeinde an den Zweck- verband Wasserversorgung Jagstgruppe. Schon in den 30er Jahren hatte dieser Verband, bei dem heute die Stadt Crailsheim Hauptabnehmer ist, das zahlreiche Wasseraufkommen im Jagstzeller Gemeindebereich, nämlich im Orrot– und  Fischbachtal, erschlossen. Die vom Wasserwerk Schweighausen nach Crailsheim führende Hauptleitung versorgte zunächst die Gebäude der Mühlstraße mit Was ser Zug um Zug wurden dann insbesondere die neu entstehenden Siedlungen mit einem öffent- lichen Wasserleitungsnetz versehen und im Altort die bis dahin teilweise verlegten genossen- schaftlichen Wasserleitungen durch gemeindliche Leitungen ersetzt.
Historische und herausragende Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Jagstzell:
26. Dezember 1923 Brand des Hauses von Xaver Hald, Landwirt im Weiler, Brandstiftung wird angenommen. |
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17. Januar 1925 Brand des Wohn– und Ökonomiegebäudes von Alois Schmid, Söldner und Holzbauer. |
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05. April 1925 Brand des Anwesens von Josef Hauber, Landwirt in Jagstzell. |
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16. Juli 1925 Brand des Wohn– und Ausdinghauses mit Ökonomiegebäude bei Wilhelm Rettenmeier, Landwirt und Anwalt in Weiler. |
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27. August 1937 Brand in Gebäude Nr. 108 des Landwirtes Eugen Gschwender, Jagstzell |
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Juni 1956 Brand des Ökonomiegebäudes von Joachim Walter, Bauer, Dietrichsweiler |
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21. November 1956 Brand im Wasch- und Backhaus von Josef Schneider, Bauer in Hegenberg |
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09. November 1958 Brand des Bienenstandes der Bauerswitwe Barbara Mack, Dankoltsweiler |
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30. Juni 1965 Totaler Ausbrand des gemeindlichen Farrenstallgebäudes nach Blitzeinschlag. |
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17. Juni 1967 Dachstuhlbrand bei Hassler, Maria-Erben, Hauptstraße. |
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20. April 1968 Waldbrand auf dem Grundstück des Johann Rieger, Eichenrain. |
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07. November 1969 Brand des Ökonomiegebäudes Hauser, Crailsheimer Straße. |
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28. Juni 1974 Einsatz als Nachbarschaftshilfe bei Großbrand in der Holzmühle. |
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19. September 1974 Brand des Wohnhauses der Säge- und Mahlmühle Xaver Bundschuh, Mühlstraße. |
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10. August 1979 Großbrand des Anwesens Moser, Eichenrain. |
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10.Oktober 1979 Großbrand des Anwesens Josef Rettenmeier, Dankoltsweiler |
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13. März 1982 Hilfeleistung nach Einsturz der Gebäudeaußenwand, Christgasse, unter der ein Arbeiter (Anton Hauber) erschlagen wurde. |
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24. Juni 1982 Hilfeleistung bei schwerem Autounfall mit einem Toten auf der B 290. |
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19. September 1982 Wohnhausgroßbrand in der Hahnenmühle. |
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05. bis 07. Juni 1984 Hilfeleistung
- bei Kellerüberflutungen durch starke Niederschläge
- bei überfluteten Wohnungen und Kellern in Jagstzell, Finkenberg und Schweighausen
- bei Totalüberflutung der Kläranlage Jagstzell.
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24. November 1984 Räumung der Zufahrt- und Verbindungsstraßen der Gemeinde, die nach orkanartigen Sturmböen durch entwurzelte Bäume blockiert waren. |
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11. März 1986 Brand der alten Mahlmühle mit Lagersilo und Wohnung in drei Stockwerken in der Renneckermühle. |
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21. Mai 1987 Hilfeleistung bei der Suche nach einer vermissten Frau in der Jagst in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei. |
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04.August 1987 Erneute Hilfeleistung bei der Suche nach einer weiteren vermissten Frau in der Jagst zusammen mit der Kriminalpolizei. |
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29. Juni 1988 Brand von zwei Scheunen mit landwirtschaftlichen Maschinen, Erntevorräten, einem Stallgebäude und dem Dach des angebauten Wohnhauses bei Kling, Winterberg. |
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16. Juni 1989 Bergung eines Pkw s aus der Jagst bei Schweighausen und Bindung des in der Jagst schwimmenden Benzin-/Ölgemisches. |
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04.Juli 1989 Wegen starker Niederschläge innerhalb kurzer Zeit mußten Keller, Lagerstätten und Hausflure in Jagstzell und Dankoltsweiler ausgepumpt werden. |
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04. Februar 1990 Beseitigung von Bäumen, die nach orkanartigen Stürmen auf den Straßen im Gemeindegebiet lagen. |
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13. August 1990 Brand eines abgeernteten Feldes bei Eichenrain. |
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17. August 1991 Waldbrand zwischen Dietrichsweiler und Schweighausen |
Kommandanten der Jagstzeller Feuerwehr im Überblick:
| Kommandanten aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Jagstzell im Überblick. |
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Isidor Fröhlich
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Franz Hald
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Xaver Fürst
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*1886 – 1934
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*4.3.1898 – 30.4.1961
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*31.3.1891 – 13.5.1963
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Xaver Bundschuh
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Ekkehardt Klos
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Josef Gärtner
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1946 – 1970
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1970 – 1985
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1985 –1999
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Gruppe Dankolsweiler:
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Georg Jakob
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Josef Rettenmeier
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Bernhardt Gefröreis
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*25.9.1883 – 15.7.1963
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*23.7.1897 – 1950
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1950 – 1955
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Josef Gärtner sen.
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1955 – 1975
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Die Nachkriegszeit und Entstehung der FF:
Hier die chronologischen aufzeichnungen aus der Nachkriegzeit und der Geschichte der Jagstzeller Feuerwehr.
1945 - 1946 fanden keine Feuerwehrübungen statt. Besetzung durch die amerikanische Armee.
30. April 1946 Brand beim Ökonomiegebäude Stahl, Winterberg. Beide Pferde durch Blitzschlag tot und verbrannt. Hilfe und Löschen an Wohnhaus und Nebengebäude durch freiwillige Helfer.
Mai 1946 Zusammenkunft von Feuerwehrinteressierten. Xaver Fürst übergibt die Freiwillige Feuerwehr an mich, da kein großes Interesse vorhanden war.
Juni 1946 Kreisbrandmeister Stützelmaier, Aalen, machte eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Löschgeräte:
Es gab:
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eine pferdegezogene Handrückspritze mit Anschlußkupplung (altwürttemb. Kupplung)
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eine handgezogene Handrückspritze mit Anschlußkupplung (altwürttemb. Kupplung) ca. 300 m Schläuche mit altwürttemb. Kupplung
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zwei Motorspritzen TS 8 Marke DKW - angeblich von den Amerikanern in Hessental oder Schwäbisch Hall mitgenommen und hier stehengelassen
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drei A–Saugschläuche mit Saugkorb
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vier B–Schläuche - alles mit Reichsnormalkupplung, die während des Krieges eingeführt worden war.
1947 Da kein Fahrzeug zur Beförderung der mot. Spritzen samt Zubehör vorhanden war, wurde der Gemeinde durch Kreisbrandmeister Sützelmaier ein eisenbereifter, einachsiger Löschan– hänger (Luftschutzanhänger) zugeteilt. Der Anhänger konnte sowohl von mehreren Männern als auch durch einen Schlepper gezogen werden. Die Mannschaft sowie auch Spritzen, Schläuche und Zubehör mussten auf dem Anhänger Platz finden. Bei übungen nahm man den damals einzigen im Dorf vorhandenen Schlepper von Franz Hald, Weiler, in Anspruch. Die DKW–Motorspritzen versagten immer wieder (wahrscheinlich durch unsachgemäße Bedienung durch die Amerikaner) - eine Reparatur durch die in der Ostzone liegende Hersteller– firma war unmöglich. Der Gemeinderat entschloß sich daher
1951 Zur Anschaffung einer neuen Motorspritze TS8. Die Wahl fiel auf eine TS 8 Marke Magirus mit Wasserkühlung. Bis zur Währungsreform 1948 wurden keine Schläuche mit Reichs normalkupplung geliefert, um dem Mangel an Schläuchen im Brandfall abzuhelfen. Der Kreistag entschloß sich deshalb zur Anschaffung eines Kreisschlauchwagens. Der– selbe konnte von jedem Kommandanten im Brandfall in Ellwangen angefordert werden. Diese Einrichtung hat sich dann beim Brand durch Blitzschlag an dem Ökonomiegebäude Walter in Dietrichsweiler bestens bewährt. Die Freiwillige Feuerwehr Jagstzell hatte in diesem Fall zwar genügend Schläuche, jedoch leider nur eine Motorspritze TS 8. Diese musste nun das Wasser von der Jagst bis Dietrichs– weiler in stundenlangem Einsatz befördern, was eine enorme überbelastung bedeutete. Von dieser Zeit an war die bis dahin bestens funktionierende TS 8 Magirus mit Mängeln behaftet, die durch die überbeanspruchung aufgetreten waren. Um der Problematik des Schlauchtrocknens abzuhelfen, beschaffte die Gemeinde eine Schlauchaufhängevorrichtung mit Winde. Dieselbe wurde am Mälzereigebäude des Gasthauses “Rößle” angebracht. Der Transport von Gerät und Mannschaft wurde immer problematischer. Deshalb entschloß sich der damalige Bürgermeister Lechner zur Anschaffung eines Fahrzeugs. Die Fa. Keck bot einen gebrauchten Opel Blitz (Vorkriegsbaujahr) zum Kauf an. Das Fahrzeug wurde nach Prüfung durch Fachleute
1954 gekauft und für die Bedürfnisse der Feuerwehr umgebaut. Es tat seinen Dienst bis
1959 wurde dann bei der Fa. Ziegler in Giengen eine neue TS 8 mit VW–Motor angeschafft. Diese hatte den Vorteil, dass sie einen luftgekühlten Motor hatte, der sich schon in vielen Fahr– zeugen bestens bewährt hatte. Um nun die Feuerwehr auf den neuesten Stand zu bringen und auch einen Zuschuß beim Ankauf eines neuen Fahrzeuges zu bekommen wurde beim Kreistag der Antrag auf Zuschuß auch für Landgemeinden gestellt.
1960 Bei der ersten Prüfung durch den TüV wurde das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen! Die Motorspritze TS 8 arbeitete nicht mehr problemlos; deshalb wurde die Anschaffung einer neuen Motorspritze immer dringlicher.
1961 Nach Bewilligung durch den Kreistag wurde ein neues Feuerwehrfahrzeug LF8 TS bei der Fa. Ziegler bestellt. Dieses wurde
1962 ausgeliefert. Bei der Fahrzeugübernahme mussten alle vorhandenen Schläuche und alles Zu– behör mitgebracht werden. Diese Schläuche, Stahlrohre usw. reichten jedoch zur voll– ständigen Ausnutzung nicht aus, so dass der damalige Kreisbrandmeister Anton Eberle, Ellwangen, darauf bestand, daß das Fahrzeug vollkommen bestückt wurde. So hatte die Freiwillige Feuerwehr Jagstzell ein jederzeit einsatzbereites, für alle Fälle gerüstetes Fahr– zeug, das sich auch bei Einsätzen bestens bewährte. Um die Pflege der Schläuche voranzutreiben, wurde
1964 die Schlauchpflegewerkstatt in Ellwangen gegründet. Die Gemeinde Jagstzell trat dieser Einrichtung am
01. Januar 1965 bei. Dadurch war eine Pflege und Trocknung der Schläuche gewährleistet und die Feuerwehr hatte immer bestens gepflegte und sichere Schläuche zur Verfügung. In diesem Zusammenhang soll der unermüdliche Einsatz des Gerätewartes Alois Köder her– ausgehoben sein, der das Fahrzeug sowie das Gerät immer in bestem Zustand gehalten hat. Da ich inzwischen ein gewisses Alter reicht hatte, entschloß ich mich im Jahr 1970 die Leitung der Feuerwehr in jüngere Hände zu legen. Bei der Generalversammlung
1970 wurde dann Ekkehardt Klos als Nachfolger gewählt.
Mögen allen unseren Mitbürgern der Kummer und die Sorgen erspart bleiben, die ein unsinniger Krieg über uns gebracht hat und möchten sich immer genügend Bürger bereit finden dem Nächsten in Not und Gefahr zu helfen, getreu dem Wahlspruch der Feuerwehren
“Gott zur Ehr und dem Nächsten zur Wehr”
Xaver Bundschuh, Ehrenkommandant
Die Altersabteilung:
Geschichte der Altersabteilung
Die Gründung der Altersabteilung innerhalb der Jagstzeller Feuerwehr ist - wie könnte es anders sein - auf Initiative eines äußerst engagierten Feuerwehrmannes und geschätzten Kameraden zurückzuführen: Kaum im “Feuerwehrruhestand” lud Josef Hahn, Schweighausen, seine Alterskameraden am 21.November 1981 in das Gasthaus zum “Grünen Baum” ein. Die Geburtsstunde der Alters–abteilung hatte geschlagen! Seit dieser Zeit treffen sich zahlreiche Senioren der Freiwilligen Feuerwehr Jagstzell zu gemeinsamen Kegelabenden oder auch zur Pflege der Geselligkeit. Natürlich, dafür bürgt der Leiter der Altersabteilung Josef Hahn, reißt der Kontakt zu der aktiven Wehr nicht ab. So beteiligt man sich gerne an den Kameradschaftsabenden oder den Feuerwehrausflügen, die von den Aktiven organisiert werden. Vor allem aber, wenn es gilt mit Hand anzulegen, sind die Senioren wie selbstverständlich mit dabei. So haben Mitglieder der Altersabteilung beim Bau des Jagstzeller Rettungszentrums tatkräftig mitgearbeitet und durch nennenswerte Eigenleistungen mitgeholfen, die immensen Baukosten etwas zu senken. Auch wenn es gilt, Feuerwehrfeste zu veranstalten und zu organisieren, ist Feuerwehr–kommandant Josef Gärtner immer dankbar, wenn er auf die Mitarbeit bewährter und fest– und organisationserfahrener und vor allem arbeitsfreudiger Feuerwehrsenioren zählen kann. Um die Jagstzeller Feuerwehr haben sich verdient gemacht und sind zu besonderen Ehren gekommen.
Ehrenkommandant Xaver Bundschuh
Die Ehrenmitglieder Josef Gärtner sen., Andreas–Prühl–Straße 7, Dankoltsweiler Josef Hahn, Schweighausen 5
Josef Schlosser, Kellerhof 4
Die Gründung der Jugendfeuerwehr Jagstzell:
Die Gründung einer Jugendfeuerwehr im Jahr 1990 kam nicht von ungefähr: Gleich drei Söhne jeweils aktiv engagierter Feuerwehrmänner zeigten Interesse am ehrenamtlichen Feuerwehrdienst, den sie von klein auf bei ihren Vätern buchstäblich erleben konnten. Es handelt sich um Michael Gärtner, Peter Klos und Josef Rettenmeier. Herrn Feuerwehrkommandanten Josef Gärtner war es auch mit Blick auf eine notwendige Verjüngung seiner aktiven Wehr ein Anliegen, das Interesse der jungen Männer gleich in die richtigen Bahnen zu lenken. Eine Umfrage in den Klassen 7 bis 9 der Grund- und Haupt- schule Jagstzell im Herbst 1990 machte ihm dann schnell klar, dass der Gründung einer Jugendfeuerwehr nichts im Wege steht. Der Gemeinderat gab einem entsprechenden Antrag gerne seine Einwilligung. Am 18.Dezem- ber 1990 wurden schließlich die interessierten Jugendlichen samt ihren Eltern zu einem Informationsabend in das Feuerwehrgerätehaus, in den dortigen Floriansaal, eingeladen. Ergebnis: mit 11 Jugendlichen, die sich am 16. Januar 1991 bereits zu ihrem ersten Unterrichtsabend trafen, war die Abteilung Jugendfeuerwehr aus der Taufe gehoben. Mit Begeisterung waren damals dabei:
| Anton Berger |
Peter Klos |
| Claus Berger |
Georg Kurz |
| Michael Gärtner |
Frank Mayer |
| Michael Hald |
Robert Nestler |
| Stefan Hald |
Josef Rettenmeier |
| Wolfgang Hald |
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Die Jugendfeuerwehr wird betreut von Hubert Walter, Dietrichsweiler 1 und Jörg-Ilja Haußmann, Talblick 3. Schon ein Jahr später konnte Feuerwehrkommandant Josef Gärtner, dem seine Jugendlichen besonders am Herzen liegen, weitere Jungfeuerwehrmänner aufnehmen:
| Paul Berger |
Marcel Schall |
| Eugen Grimminger |
Dirk Utz |
| Christian Schall |
Thomas Walter. |
Auch heuer erhielt die Abteilung Jugendfeuerwehr wieder Zuwachs durch Josef Gärtner und Martin Wunder. Die Jagstzeller Jugendfeuerwehr trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat um 19 Uhr zum theoretischen und praktischen Unterricht im Rettungszentrum. Natürlich geht es dabei nicht nur um Lehrfragen im Feuerwehrdienst, vielmehr und da sind die Betreuer Hubert Walter und Jörg-Ilja Haußmann die Garanten für Abwechslung stehen auch Wettkämpfe, Fitneß- spiele und manches gemeinsame Abenteuer auf dem Programm. Hervorzuheben ist bei den Aktivitäten der Jugendfeuerwehr die Beteiligung am Regional- zeltlager, das im Sommer 1992 auf dem ehemaligen Pershingdepot in Mutlangen stattfand. Bei der dortigen Lagerolympiade erzielte die Jagstzeller Mannschaft den höchsten Punkte- stand und gewann damit eine Tischtennisplatte mit Zubehör. Auch nahm die Jugendfeuerwehr beim Kreiswettkampf in Mögglingen teil und belegte dort mit zwei Mannschaften die Plätze 5 und 11. Hierbei galt es, verschiedene Orte und Gemein- den mit dem Fahrzeug anzufahren und dort diverse Aufgaben zu lösen. Die Begeisterung der Jugendlichen kennt kaum Grenzen, deshalb stand 1991 für sie ein Ausflug an den Bodensee auf dem Programm. Friedrichshafen, Salem, das dortige Feuer- museum und schließlich eine Schiffahrt auf dem Bodensee alles trug dazu bei, dass die junge Mannschaft im kameradschaftlichen Geist zusammenwuchs. So ist es auch kein Wunder, dass sich die Jugendfeuerwehr bereits aktiv an den Haupt- übungen der Wehr, wie natürlich auch bei deren Repräsentationsveranstaltungen beteiligt. Nicht vergessen seien die Kameradschaftsabende, bei denen die “Jungaktiven” ihre schau- spielerischen Begabungen zum Besten geben!
Dank der exzellenten Betreuung der Jugendlichen wird deutlich, dass mit Gründung einer Jugendfeuerwehr ein weiteres attraktives Freizeitangebot für die Jugend aus der Gemeinde geschaffen wurde.
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